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Aktien fahren Achterbahn, EZB senkt die Zinsen, ich verdiene

Von Christoph Ostermann | 8.Oktober 2008

Erleichterung macht sich breit an Europas Aktienbörsen: Die Europäische Zentralbank, die amerikanische FED und die britische Zentralbank senken gemeinsam Ihre Zinssätze. Damit fliesst endlich wieder günstiger Geld in den Aktienmarkt; Banken können sich billiger Geld vom Staat leihen - und auch die Kredite für Unternehmen und für Dich als Privatperson werden billiger.

Der Leitzins der EZB sinkt um 0,5% auf 3,75 Prozentpunkte. Die FED hat den Zinssatz sogar auf 1,5% gesenkt und britische Pfund werden von den Engländer jetzt für 4,5% verliehen. (Jeweils 0,5% weniger als vorher)

Was das für Anleger bedeutet wird sofort klar wenn Du auf den Deutschen Aktienindex blickst: Der Dax notierte am morgen noch unter 5.000 Punkt. Mit satten sieben Prozent (!) im Minus. (Schon in den Tagen davor hatte der Aktienindex massiv verloren)

Kaum kam die Nachricht der Zinssenkung raus, begannen die Aktienkurse wieder zu steigen. Zum Zeitpunkt zu dem ich diesen Artikel schreibe ist der DAX nur noch 0,4 Prozent im Minus und wieder deutlich über 5.300 Punkten.

Aktien: Krisenzeiten bergen auch grosse Chancen

Seit Monaten geht es an den Börsen der Welt zu wie auf dem Rummelplatz. Eine Achterbahn Fahrt nach der anderen. Doch die starken Kurs-Schwankungen bieten auch Chancen für Anleger mit Zeit und sehr starken Nerven.

Daytrading heisst das Wort der Stunde - und ist eigentlich ganz gegen meine Investment Philosophie. Doch weil ich als Finanzjournalist sowieso den ganzen Tag nichts anderes tue als die Aktienmärkte zu beobachten, nutze ich die günstige Gelegenheit um ein paar hundert EUR in wenigen Tagen zu verdienen. Und das geht so:

Schon seit einiger Zeit liebäugele ich mit den Aktien der Deutschen Bank ( ISIN: DE0005140008 ). Das Finanzinstitut ist bisher von der Kreditkrise nicht sehr stark betroffen gewesen - hat aber trotzdem massiv an Wert verloren. Die Aktie hat in den letzten 12 Monaten mehr als die Hälfte Ihres Werts verloren. Jedesmal wenn andere Banken Katastrophenmeldungen veröffentlichen wird auch die Deutsche Bank bestraft.

Bankaktien: Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten

Und das freut mich. Denn jedesmal wenn weltweit Bankaktien nach unten rutschen, kaufe ich: Denn ich weiss: Spätestens nach ein paar Tagen erholt sich die Aktie der Deutschen Bank wieder. Seit ca. zwei Wochen kaufe ich die Deutsche Bank Aktien jedesmal wenn die Weltbörsen mal wieder unter Hiobsbotschaften leiden - und verkaufe sie nach wenigen Tagen mit kleinen Profiten. ( Zwischen drei und fünf Prozent).

Daytrading nennt sich dieses Spiel. Du kaufst eine Aktien am Morgen - und stösst sie nach Möglichkeit noch am gliechen Abend ab. Aber Vorsicht: Daytrading ist nur etwas für echte Börsenprofis mit starken Nerven: Denn wenn Du Dich verschätzt und die Aktie nicht steigt - dann kannst Du auch keine Profite machen. Darum kaufe ich selbst nur solche Aktien die ich zur Not auch mehrere Jahre lang halten würde.

Bei der Deutschen Bank ist das der Fall. Das Geldinstitut gehört zu den grössten der Welt. Das Verhältnis von Gewinn zu Aktienkurs (KGV) ist mit weniger als zehn sehr, sehr günstig - und die Dividende mit prognostizierten 3,66 EUR sehr hoch. Beim aktuellen Kurs von 43,19 EUR bedeutet das eine Dividendenrendite von 8,4%. Sollte der Aktienkurs dauerhaft weiter fallen - dann halte ich dieses Papier zur Not für Jahre.

Und solange dass nicht passiert mache ich mit Daytrading jeden Tag 400 - 600 EUR Profit. :)

WICHTIG: Dies ist KEINE Anlage-Empfehlung! Daytrading ist (wenn überhaupt) nur für wirkliche Aktien Profis zu empfehlen. Also NICHT nachmachen!!

Themen: Vermögen aufbauen | Permalink |

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2 Kommentare »

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Kommentar von Martin
vom 2008-11-09 16:37:36 Uhr

Naja, hoffe du bist dir im Klaren darüber, dass die Dividende wesentlich geringer ausfallen wird.
Wenn du die Aktien wirklich gekauft hast… sieht’s momentan wohl eher düster aus für dich mit Day Trading.
Wenn du noch weißt, was Herr Ackermann vor über einem Jahr gesagt hat… seine Bank wird niemals in diesen Strudel hineingeraten :-) dann siehst es ja in den letzten Monate wieviel er abschreiben mußte (Dank der neuen Bilanzierungsregel der EU, mußte sie ja etliche hundert Millionen Euro nicht abschreiben, ansonsten wäre ein deutliches rotes Minus herausgekommen; in Wahrheit ist es ja auch ein Verlust).
Glaub bloß nicht, dass die Deutsche Bank so schnell wieder die 40 Euro-Marke überschreitet… vielleicht im Jahr 2015 :-)

Antwort von Christoph
vom 2008-11-11 10:05:56 Uhr

Hallo Martin,

Daytrading ist normalerweise überhaupt nicht mein Stil. Habe aber recht gut damit verdient. Bei 30,00 EUR bin ich wieder in Deutsche Bank eingestiegen - und werde die auch halten. Meiner Ansicht nach hast Du nicht ganz recht: Die Deutsche Bank steht - im Vergleich - recht gut da. Josef Ackermann hat ja auch noch einmal bekräftigt das kein Geld vom Staat aufgenommen werden soll. Daher denke ich dass es auch weiterhin eine (wahrscheinlich niedrigere) Dividende geben wird. Der Buchwert der Deutschen Bank lag letztes Jahr bei über 70 EUR pro Aktie. Das heisst die Aktie ist derzeit weit unter dem Vermögenswert der Bank bewertet.

Übrigens: Wenn man es mit Bejamin Graham hält, kann man jetzt gerade ja nur weinen vor Freude. Denn es gibt sogar erstaunlich viele Unternehmen im Dax 100 bei denen das reine Anlagevermögen pro Aktie höher ist als der Kurs. (Du könntest also theoretisch die ganze Firma kaufen. Sie schliessen. Die Anlagen wie Geräte, Immobilien etc. verkaufen und würdest trotzdem einen Profit machen)

 
 
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